Hochschulreformen früher und heute: zwischen Autonomie und gesellschaftlichem Gestaltungsanspruch

Hochschulreformen früher und heute: zwischen Autonomie und gesellschaftlichem Gestaltungsanspruch
  Hochschulreformen früher und heute: zwischen Autonomie und gesellschaftlichem Gestaltungsanspruch 
Rainer Pöppinghege/Dietmar Klenke
Abhandlungen zum Studenten- und Hochschulwesen Band 18
November 2011
ISBN: 978-3-89498-269-0
¤ 39,80
 (¤ 2,60 MwSt.)
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270 Seiten, gebunden, erschienen Nov. 2011


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Ausgehend von den fundamentalen Veränderungen der deutschen Hochschullandschaft im Zuge des Bologna-Prozesses lädt der Sammelband zu einer historischen Einordnung der aktuellen Reformpolitik ein. Die vom 18. Jahrhundert über das Kaiserreich bis in die DDR und die Bundesrepublik reichende Rückschau bietet im Unterschied zu einer gegenwartsfixierten Betrachtungsweise überraschende Einsichten in die treibenden Kräfte und hintergründigen Interessenlagen von Hochschulreformen. Über Jahrhunderte erweist sich die Spannung zwischen Wissenschaftsfreiheit und staatlichem bzw. gesellschaftlichem Gestaltungsanspruch als politischer Dauerbrenner. Auf die Frage, wie das Hochschulwesen Innovationsdynamik und hohes (Aus)Bildungsniveau sicherstellen kann, sind immer wieder unterschiedliche Antworten gefunden worden, stets aber ging es um die schwierige Balance zwischen Hochschulautonomie und externer Einflussnahme. Setzten früher staatliche Instanzen nachhaltige hochschulpolitische Impulse, so tritt vor allem im letzten Jahrzehnt das Bemühen um marktwirtschaftliche Wettbewerbs- und Steuerungsmodelle in den Vordergrund, um die „Effizienz“ und Forschungsdynamik des Wissenschaftssystems im „globalen Wettbewerb“ zu steigern. Hier führt die historische Rückschau zu der Frage, wer in der aktuellen Situation in welchem Interesse die Wettbewerbsregeln und Qualitätsstandards definiert und wo Wissenschaftsethik und gesamtgesellschaftliche Verantwortung ihren Platz haben, wenn der Staat sich zugunsten gesellschaftlicher Interessengruppen zurückzieht.

Inhalt:

Rainer Pöppinghege/Dietmar Klenke: Einführung: Über die Legitimitat und Notwendigkeit historischer Reformbetrachtungen; Matthias Asche: Das „große Universitatssterben“ in den Jahrzehnten um 1800. Zu Reformbedürftigkeit und Reform(un)fähigkeit deutscher Universitäten im Zeichen von Aufklärung und Utilitarismus; Bernhard vom Brocke: „Exportschlager Humboldt?“ Preußische Hochschulpolitik im 19. und 20. Jahrhundert. Kaiserreich und Weimarer Republik; Rainer Pöppinghege: „Wo unterm, überm Firmament, gleicht einer dem Privatdozent?“ Wissenschaftliche Leistungselite oder akademisches Proletariat? Roman Köster: Die deutsche Nationalökonomie in den 1920er Jahren und die Einführung des Diplomexamens; Karin Zachmann: Wissenskulturen und Frauenstudium. Reformprozesse an deutschen Technischen Hochschulen im 20. Jahrhundert; Konstantin von Freytag-Loringhoven: Kollegienhauser als Orte der universitären Erziehung. Gescheiterte Reformbestrebungen in der unmittelbaren Nachkriegszeit; Helge Kleifeld: Hochschulpolitik als Arbeitsfeld studentischer Verbindungen 1945–1961; Wolfgang Lambrecht: „Lange Linien“ und Brüche in der (deutsch-)deutschen Hochschulpolitik nach 1945; Uwe Rohwedder: SDS-Hochschuldenkschrift und VDS Neugründungsgutachten. Zwei studentische Beiträge zum Reformdiskurs der 1960er Jahre; Anne Rohstock: „Wartet nicht auf Veränderungen an der Uni, sondern macht sie selbst!“ Studentenrevolte und Hochschulreform in Bayern und Hessen 1957–1976; Wilfried Rudloff: Die Studienreform in der Hochphase der Hochschulexpansion zwischen Effektivierung und Projektstudium?; Dietmar Klenke: Das Verfassungsgerichtsurteil von 1973 über die universitäre Mitbestimmung. Ein Balanceakt zwischen Demokratisierungs-Mythos und bildungsaristokratischem Freiheitsprivileg; Michael Gemperle/Peter Streckeisen: Der Bologna-Prozess als Kristallisationspunkt neoliberaler Umgestaltung der schweizerischen Hochschulen

Notizen: 



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