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Der Kult um die toten Helden
von Sabine Behrenbeck
Nationalsozialistische Mythen, Riten und Symbole 1923-1945
März 2011
ISBN: 978-3-89498-257-7
¤ 29,80
(¤ 1,95 MwSt.)
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durchgesehene Neuauflage der ersten Aufl. von 1996, ca. 680 Seiten, 25 Abbildungen, Broschur
auch als eBook erhältlich: bei e-cademic
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Ein zentrales Element der nationalsozialistischen Ideologie war die Verwandlung von Toten – gefallenen Soldaten ebenso wie SA-Toten der „Kampfzeit“ – in Heroen, deren „Opfertod“ geschichtsmächtige Wirkungen zugesprochen wurden und die den Sieg der Partei bewirken sollten. Sabine Behrenbeck hat diesen Heldenkult in seiner „mythischen Verankerung,[...] rituellen Inszenierung und [...] symbolischen Repräsentation“ erstmals, „präzise analysiert“, wie die Süddeutsche Zeitung seinerzeit schrieb. Sie betrachtet den nationalsozialistischen Totenkult dabei erstmals konsequent als religiöses Phänomen.
Sabine Behrenbeck geht bei ihrer Darstellung chronologisch vor: Sie beginnt bei der Entstehung der Heldenmythen in den Schriften von Goebbels und Hitler und deren Rezeption durch Parteigenossen und SA-Männer, also zunächst innerhalb der „Bewegung“ in der „Kampfzeit“. Sie schildert die Ausweitung des „Kults um die toten Helden“ nach 1933 auf die gesamte Bevölkerung und beleuchtet, auf welche Weise dies geschah: durch Filme, Theaterstücke, Thingspiele; auf der rituellen Ebene durch Massenzeremonien, auf der symbolischen Ebene durch die NS-Festarchitektur und Kultbauten. Schließlich beleuchtet sie die Veränderung der Situation mit Beginn des Krieges und verfolgt nach, wie der Heldenkult als politische Religion in dem Moment an seine Grenzen stieß, als der Tod des Helden nicht mehr nur „der Tod des anderen“ war: „Bewusst oder unbewusst erkannten die meisten Zivilisten und Soldaten, dass der heroische Mythos in letzter Konsequenz nicht mehr Sinn stiftet sondern vernichtet“, wenn niemand mehr übrig bleibt, dem das heldenhafte Opfer nützen kann. Bis zur Erkenntnis, dass dieser absurd übersteigerte Heldenmythos auch das ethische Empfinden und Urteilen der Deutschen derart beeinflussen konnte, dass sie zu unfassbaren Brutalitäten und absolut inhumanem Verhalten fähig waren, war es allerdings noch ein weiterer Weg.
Sabine Behrenbecks Buch „Der Kult um die toten Helden“, das die überarbeitete Fassung ihrer Dissertation darstellt, wurde 1996 von der Jury des Norddeutschen Rundfunks und der Süddeutschen Zeitung zum zweitbesten "Sachbuch des Monats Oktober" gewählt.
"Diese Arbeit bietet mehr, als der Titel zu versprechen scheint, und ist in nuce eine Geschichte der NSDAP. [...] Man wundert sich schließlich, warum diese Fragestellung und dieses Ergebnis nicht schon längst entdeckt worden sind. Eine gründliche Bibliographie, die auch dem Kenner noch Neues bietet, sowie ein solides Register erschließen den materialreichen Band auch dem nur an Einzelfragen interessierten Benutzer. Es dürfte fortan schwerfallen, zur NS-Staats- und Parteisymbolik noch grundlegend Neues zutage zu fördern." (H. Hattenhauer, in: Das historisch-politische Buch, 1997)
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