Lesung mit Manfred Franke aus "Unterwegs..."  

Lesung mit Manfred Franke aus "Unterwegs..."

Episoden vom Heranwachsen in NS-Zeit, Krieg und Nachkriegszeit
Manfred Franke liest aus seinem autobiographischen Roman "Unterwegs zum neuen Lebenslauf. Eine Wiederholung" - am 8.2.2012 um 19.30 Uhr in der Stadtbibliothek Hilden




Eine der bedeutendsten deutschen Literaturzeitschriften  

Eine der bedeutendsten deutschen Literaturzeitschriften

- erschien soeben, im Januar 2012, zum 200. Mal. Seit (fast) 50 Jahren erscheint Sprache im technischen Zeitalter, unter Freunden: SpritZ.
(Abb.: Walter Höllerer 1969 (c) Renate von Mangold)




Zur Geschichte eines Mythos  

Zur Geschichte eines Mythos

Keine andere Gestalt der italienischen Geschichte ist so oft und in so unterschiedlichen Medien dargestellt worden wie Giuseppe Garibaldi. Jessica Kraatz Magri analysiert die intensive und langlebige Symbolproduktion um Garibaldi erstmals systematisch über die Epochengrenzen hinweg.





Lesung mit Manfred Franke aus "Unterwegs..."

"Wir dürfen uns nicht mit dem zufrieden geben, was uns die Väter erzählen. Was auch immer sie sagen, wir müssen skeptisch sein. …[Wir] müssen alles aus ihnen herausfragen, was sie wissen und gerade das, was sie verschweigen wollen."

Mit dieser Haltung betrachtet Manfred Franke in seinem gerade erschienenen autobiographischen Roman "Unterwegs zum neuen Lebenslauf. Eine Wiederholung" nicht nur das Leben seines Vaters, die Geschichte seiner Familie und seiner Zeit, sondern in gewisser Weise auch sein eigenes Leben. – Aufgewachsen in der schwierigen Epoche des Nationalsozialismus und 2. Weltkriegs (im rheinischen Hilden), erwachsen geworden in der Nachkriegszeit (Studium in Marburg), hat in seinen Erinnerungen - auch wenn nur episodenhaft erzählt wird und "manches unter den Tisch fällt" – doch auch das Unausgesprochene eine Bedeutung und es treiben ihn die dunklen Stellen in der Familiengeschichte, die Unklarheiten, die Ambivalenzen. Franke, der sich als Autor und Journalist (u.a. beim SDR und DLF) einen Namen gemacht hat, kreist hier um die Fragen von Herkunft und Erwachsenwerden, das Buch endet mit den ersten beruflichen Schritten und kurz vor der Eheschließung. – Mit dem Titelstichwort "Unterwegs" ist der Zielpunkt dieser Erinnerungen erreicht.

Manfred Franke, Unterwegs zum neuen Lebenslauf. Eine Wiederholung
2011, 280 Seiten m. 17 Abbildungen, Broschur, EUR 17,80 ISBN 978-3-89498-264-5
erschienen im November 2011

Lesung in der Stadtbibliothek Hilden, Nove-Mesto-Platz 3, Hilden: am Mi. 8. Februar 2012 19.30 Uhr, Eintritt 8 EUR
www.stadtbuecherei-hilden.de 



 




Eine der bedeutendsten deutschen Literaturzeitschriften

Viermal jährlich vermittelt "SpritZ" mit herausragenden Originaltexten, erläuternden Beiträgen und anspruchsvollen Fotografien einen Überblick über das literarische und kulturelle Geschehen unserer Gegenwart. Seit nun (fast) 50 Jahren „war und ist diese Zeitschrift ein Zentralort der Selbstverständigung zeitgenössischer Literatur“, wie Joachim Kalka 2006 aus Anlass der Verleihung des Hesse-Preises an SpritZ festhielt.

Die Ausgabe 200 der SpritZ enthält u.a. einen Wiederabdruck des 1964 zuerst veröffentlichten Textes von Walter Höllerer „Zur Sprache im technischen Zeitalter" – der die Hintergünde der seinerzeitigen Namensgebung der Zeitschrift ebenso wie die geistige Umgebung, in der sie entstand, nochmal vor Augen führt; vom frisch gekürten Büchner-Preisträger Friedrich Christian Delius, auch ein langjähriger Weggefährte der Zeitschrift, gibt es einen Betrag, der ebenfalls in genau jene 60er-Jahre zurückführt, zu seinen literarischen Anfängen, u.a. bei der Gruppe 47 mit eben jenem Walter Höllerer.
Außerdem Gedichte von Breyten Breytenbach, GC Waldrep (der von Matthias Göritz vorgestellt wird) Nico Bleutge und Stanka Hrastelj und Prosa u.a. von Burkhard Spinnen und Daniela Dröscher.

Sprache im technischen Zeitalter 200/Januar 2012
Begründet von Walter Höllerer. Hrsg. von Norbert Miller und Joachim Sartorius
118 Seiten m. Abbildungen, Broschur, ¤ 14,00
soeben erschienen Januar 2012


Zur Geschichte eines Mythos

Frappierend ist vor allem, welcher vielseitige politische Gebrauch von der Symbolfigur Garibaldi insbesondere nach seinem Tod am 2. Juni 1882 bis weit ins 20. Jahrhundert gemacht wurde. Wie und warum haben sich Republikaner, Radikale, Linksliberale und Monarchisten, Sozialisten, Faschisten und Kommunisten immer wieder auf den „Helden zweier Welten“ bezogen? Mit Hilfe des Konzeptes des „politischen Mythos“ rekonstruiert und analysiert Jessica Kraatz Magri die intensive und langlebige Symbolproduktion um (die Figur) Garibaldi erstmals systematisch über die Epochengrenzen hinweg. Dabei zeigt die Autorin, dass der Garibaldi-Mythos je nach historischer Situation legitimierende, delegitimierende oder gar revolutionäre Funktion entfalten konnte. Die immer wiederkehrende Aktualität Garibaldis beruhte darauf, dass sich im Mythos des Volkshelden die für das 19. und frühe 20. Jahrhundert so wesentliche Frage nach der Organisation politischer Partizipation, d.h. das umkämpfte Verhältnis von Masse und Macht, narrativ, symbolisch und rituell verhandeln ließ.

Jessica Kraatz Magri: Der umkämpfte Volksheld. Zur Geschichte des Garibaldi-Mythos in Italien (1882-1948) (Italien in der Moderne, Bd. 18) 420 Seiten, m. 32, teils farbigen Abb., gebunden, EUR 39,80
ISBN 978-3-89498-201-0
soeben erschienen Dez. 2011