Soeben erschienen: Geschichte in Köln 56  

Soeben erschienen: Geschichte in Köln 56

Am 7. Dez. stellten Herausgeber und Verlag das aktuelle, frisch ausgelieferte Heft 56 der Geschichte in Köln - Zeitschrift für Stadt und Regionalgeschichte" im Domforum Köln der Presse vor. Schwerpunktthema des diesjährigen Bandes ist zwangsläufig der Einsturz des Historischen Archivs der Stadt Köln.
(Foto: Matthias Frankenstein, Landesarchiv NRW)




Ein faszinierendes Thema: Die Geschichte der Wallfahrt in Köln  

Ein faszinierendes Thema: Die Geschichte der Wallfahrt in Köln

Köln und die Wallfahrt - diese jahrhundertealte Thematik gewann vor wenigen Jahren plötzlich wieder an Aktualität, als rund eine Million junger Menschen anlässlich des Katholischen Weltjugendtages in die Stadt pilgerte. Yuki Ikari untersucht die historische Dimension dieses "faszinierenden Themas" vom Spätmittelalter bis zur Aufklärung. (Abb.: Rheinisches Bildarchiv Köln)




Literarische Orts- und Zeitwechsel  

Literarische Orts- und Zeitwechsel

Orte Zeiten stehen im Mittelpunkt des Dezember-Heftes unserer Zeitschrift Sprache im technischen Zeitalter. Literarische Reisen nach Jordanien, Syrien und auf eine mediterrante Insel, nach Düsseldorf und Kladow und zurück ins geteilte Deutschland …  Und als Gast nach Berlin reiste die Grande Dame der rumänischen Lyrik, Nora Iuga. (Abb.: Nora Iuga, Foto Klett-Cotta Verlag)





Soeben erschienen: Geschichte in Köln 56

Herausgeber und Verlag der "Geschichte in Köln" waren sich früh darin einig, dass das diesjährige Heft 56 eine besondere Ausgabe werden musste. Am Nachmittag des 3. März 2009 erlebte Köln ein Unglück, das zwei Menschenleben forderte, einen Oberbürgermeister das Amt kostete, eine Kommunalwahl mitbestimmte, den U-Bahn-Bau um Jahre verzögern wird und nicht zuletzt "der Stadt ihr Gedächtnis nahm", wie so oft formuliert wurde, es zumindest jedoch nachhaltig schwer beschädigte. Den Einsturz des Historischen Archivs erlebten viele Kölner Bürger als tiefen Einschnitt in das kulturelle Bewusstsein der Stadt. Der Umgang mit der Verantwortung für das Unglück geriet zur bundesweiten Peinlichkeit für die Kommunalpolitiker. Derweil ist mit Hilfe von freiwilligen Helfern, anderen Archiven und Restauratoren viel getan worden, um möglichst viele Dokumente zu retten. Aber es wird viel Zeit und Geld brauchen, bis das Archiv wiederhergestellt ist.
Inzwischen haben sich Archivare und Historiker vom ersten Schock ein wenig erholt und es ist an der Zeit, zu überlegen, wie es weitergehen soll. Deshalb widmet Geschichte in Köln der Katastrophe in der Severinstraße einen eigenen Schwerpunkt. Acht Autoren diskutieren das Geschehene aus verschiedenen Blickwinkeln, versuchen erste Lehren zu ziehen und zu analysieren, wie es nach der Katastrophe um die Kölner Stadtgeschichte bestellt ist. Es sind zum Teil sehr persönlich gefärbte Beiträge, die von der Betroffenheit zeugen, die der Einsturz des größten kommunalen Archivs Europas hinterlassen hat. Mit Beiträgen u.a. von: Daniel Leupold, Wolfgang Ernst, Andreas Rutz, Toni Diederich, Ulrich S. Soénius, James Brophy, Frank Möller, Klaus Militzer.
Geschichte in Köln 56 (2009)
Zeitschrift für Stadt- und Regionalgeschichte, hrsg. von Thomas Deres, Martin Kröger, Georg Mölich, Joachim Oepen, Wolfgang Rosen, Lars Wirtler und Stefan Wunsch in Verbindung mit den Freunden des Kölnischen Stadtmuseums e.V. 413 S. m. Abb., kt., ¤ 22,00 ISBN: 978-3-89498-255-3



Ein faszinierendes Thema: Die Geschichte der Wallfahrt in Köln

Die Autorin zeigt, dass sich das Wallfahrtswesen vom Spätmittelalter bis zur Zeit der Aufklärung einerseits deutlich wandelte, es aber andererseits auch viele Elemente der Kontinuität gab, wie zum Beispiel Gastfreundlichkeit und Hilfsbereitschaft gegenüber den Pilgern. Ein Pilgerspital, das ein Bürger im Mittelalter gestiftet hatte, wurde beispielsweise bis in die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts durch den Stadtrat verwaltet: Dort wohnten die Pilger aus der Ferne und Nähe, sie besuchten den Dom und andere Kirchen und zogen schließlich weiter zu Wallfahrtsorten wie Rom, Santiago de Compostela oder Aachen.
Die Studie beschäftigt sich auch mit den Prozessionen, die die Kölner selbst zu verschiedenen Wallfahrtsorten veranstalteten, nicht zuletzt in die nähere Umgebung, so nach Kevelaer, Scherpenheuvel oder Trier.
Wichtige Stützen für die Kontinuität des Wallfahrtswesens waren die Frömmigkeit und der Glaube an die Heiligen – sowohl bei den Pilgern als auch bei den Bürgern. Auch wenn sich das Wallfahrtswesen über die Jahrhunderte zum Teil wandelte, blieben diese Grundlagen doch bestehen. Die vorliegende Geschichte des Wallfahrtswesens versteht sich auch als Beitrag zur Kölner Stadtgeschichte. Denn auch das Verhältnis zwischen der Stadt und den Pilgern sowie die Erfahrungen, die Kölner Bürger als Pilger machten, sind Thema des Bandes.
Yuki Ikari: Wallfahrtswesen in Köln vom Spätmittelalter bis zur Aufklärung, 278 S., 10 Abb., geb., ¤ 39,80 ISBN: 978-3-89498-193-8



Literarische Orts- und Zeitwechsel

Die jüngere deutsche Literatur, so heißt es, sei weltläufiger geworden. In Nummer 192 von Sprache im technischen Zeitalter kann man das anhand einer Reisemitschrift überprüfen, die der Berliner Romancier Thomas Lehr während und nach einer Pauschalreise nach Jordanien und Syrien angefertigt hat. Manchmal im leise ironischen Ton, dann wieder politisch wach, reflektiert Lehr über die Fremdheit der Kulturen. Unternommen hat er die Reise, um einen authentischen Eindruck vom Nahen und Mittleren Osten zu bekommen, eine Region, die in seinem nächsten Roman eine Schlüsselrolle einnehmen wird. In der Erzählung „Blaue Klinge“ entführt uns Angelica Ammar, deren Weltläufigkeit sich schon in ihrer Biographie spiegelt – nach vielen Jahren in Paris lebt sie jetzt in Barcelona – auf eine mediterrane Insel. Kontrapunktisch dazu drucken wir neue Gedichte von Rolf Haufs: Erinnerungen an die Stadt seiner Kindheit, Düsseldorf, und ein Zyklus mit Kladowgedichten. Die folgenden beiden Beiträge von Gert Loschütz und Volker Kaminski sind Reisen zurück in die beiden Staaten in Deutschland vor der Wiedervereinigung.
Eröffnet wird diese Dezemberausgabe mit Gedichten der Grande Dame der rumänischen Lyrik, Nora Iuga – sie ist Gast des Berliner Künstlerprogramms des DAAD. Patricia Klobusiczky schrieb eine Einführung für uns. Es folgen in einer Erstveröffentlichung Gedichte von Margret Boysen sowie ein Beitrag von Hubert Winkels zu Alexander Nitzberg und seiner Dichtung. Gedichte schließen das Heft auch ab. Günter Plessow legt in Ausschnitten eine Übersetzung des Sea Garden Zyklus von H. D. (d. i. Hilda Doolittle) vor. Und last but not least stellt in Auf Tritt Die Poesie Matthias Göritz den amerikanischen Dichter Ben Lerner vor. Die „Lichtenbergfiguren“ wurden von Steffen Popp ins Deutsche übertragen.
Sprache im technischen Zeitalter 192, Dezember 2009. 127 S. mit Abbildungen, kartoniert, ¤ 12,–